#2026-0022

Puzzleteil
#2025-0022 Aleksandra

Stetig wandern Menschen aus anderen Ländern nach Deutschland ein - aus den unterschiedlichsten Gründen. Sie suchen Schutz, Arbeit, ein neues Zuhause, wollen einfach neu anfangen. Der Anteil der Personen mit Einwanderungsgeschichte (all diejenigen, die selbst oder deren Eltern nach Deutschland eingewandert sind) umfasst rund ein Viertel der deutschen Bevölkerung.

Und auch, wenn es leider immer noch viele gibt, die diese Tatsache negativ betrachten, nahezu verteufeln, ist es Fakt:
Diese Menschen bereichern unsere Gesellschaft. Sie bringen mit sich selbst immer auch einen Teil ihrer Kultur, ihres Landes, ihrer ganz individuellen Denkweise mit und lassen uns davon profitieren.

Dazu zählt auch Aleksandra aus Serbien, einem kleinen europäischen Land am Balkan. Vor wenigen Monaten ist sie mit ihrer Familie nach Deutschland gekommen. Schon von klein auf hat sie eine enge Verbindung hierher:

„Ich habe früher mal als Kind hier gelebt und bin dann öfter hergereist, um Freunde und Familie zu besuchen.“

Bei jeder Einreise begleiteten sie aber nicht nur Vorfreude, sondern auch immer wieder Momente des Sich-Erklären-Müssens:

„Als eine Person mit einem Nicht-EU-Pass und keinem Aufenthalt entstand an der Grenze ständig ein langes Gespräch mit den Beamten, die fragten: ‚Warum sprechen Sie so gut Deutsch?‘ Manchmal war das lustig, aber manchmal fühlte es sich auch so an, als ob niemand aus eigenem Interesse Deutsch lernen dürfte.“

Das Allerwichtigste sind für Aleksandra ihre Kinder und das Muttersein, was neben all der Freude und Erfüllung auch herausfordernd sein kann:

„Im letzten Jahr war es hart, als Mutter einen Vollzeitjob zu haben und zu behalten, da die Managerin kein Verständnis hatte, wenn die Kinder krank waren oder wenn etwas Unvorhergesehenes im Kindergarten oder in der Schule passiert ist.“

Zusätzlich sind aber auch Kunst, Literatur und Sprachen ein wichtiger Teil im Leben der ausgebildeten Deutschlehrerin.
„Ansonsten ist es mir wichtig, Freiheiten zu haben, mich frei bewegen zu dürfen und meine Meinung offen zu sagen. Liebe, gegenseitiges Vertrauen und Ehrlichkeit sind Werte, nach denen ich lebe.“

Ihren Kindern versucht Aleksandra im Hinblick auf den Vielfaltsgedanken Folgendes mitzugeben:

„Man sollte offen sein für viele verschiedene Dinge und keine Angst haben, Neues zu lernen oder das Gelernte zu hinterfragen. Manchmal gibt es mehrere richtige Antworten, denn das Leben ist keine Mathematik. Für mich bedeutet Vielfalt, den anderen Menschen gegenüber offen zu sein und sie erst kennenzulernen, nicht sofort zu verurteilen.“

Das Wesentliche an BE THE COLOR ist für sie, auf neue Menschen und neue Geschichten zu treffen.

„Ich finde das Projekt sehr wichtig. Menschen können sich dadurch über verschiedene Themen aufklären, von Menschen und ihren Problemen erfahren, worüber sie vielleicht nie früher nachgedacht hätten. Ich als weiße, schlanke, heterosexuelle Frau bin relativ privilegiert, weil ich meist dem ‚Maßstab‘ entspreche und ich bin mir den Schwierigkeiten anderer oft nicht bewusst.“

 

Danke, Aleksandra, dass du uns zeigst, wie viel Mut hinter einem Neuanfang steckt, und dass du mit deiner Kultur, deinen Erfahrungen und deinen Werten unsere Gesellschaft vielfältiger und menschlicher machst! <3

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