#2025-0008

Puzzleteil
#2025-0008 Jacen

„Meine Identität ist geprägt durch meine Transition, meinen Kampf gegen Depressionen und dem Streben nach Selbstakzeptanz."

Sich selbst als stärksten Gegner zu haben, ist ein Fight, der nicht gewonnen werden kann. Trans*Mann Jacen sieht sich gleich mehreren Endgegnern gegenüber: psychischen Problemen, Identitätskrise, Emotionen mit Intensitätsstufe 10. Das spüren auch diejenigen, die Schwächen anderer gern ausnutzen, um sich selbst zu stärken:
„Ich erlebe immer wieder Diskriminierung - wegen meiner chronischen Schmerzen, meiner psychischen Gesundheit und meiner Transidentität. Es ist verletzend, auf etwas reduziert zu werden, das ich mir nicht ausgesucht habe."

Doch Jacen ist nicht bereit, sich von all dem unterkriegen zu lassen. 
„Jeder von uns versucht, seinen Platz in der Welt zu finden und ich lasse nicht zu, dass andere definieren, wer ich bin. Ich bestimme selbst, was mich ausmacht."

Seine Überlebensstrategie: Schwächen in Stärken umzuwandeln.

„Ein wichtiger Aspekt meiner Identität ist, wie stark ich die Welt um mich herum fühle. Meine Empathie war immer schon ausgeprägt und ich nehme die Stimmungen der Menschen in meinem Umfeld oft intensiver wahr. Früher hat mich das verunsichert, heute nutze ich diese Fähigkeit, um mich auszudrücken - sei es in meinen Texten oder im Umgang mit anderen."

Er versucht nicht, mit allen Mitteln jemand anders zu sein, sondern sich selbst so anzunehmen und zu mögen, wie er ist. Ganz besonders wichtig dabei: „Echtheit und Tiefe." Ich will mich selbst und die Welt wirklich spüren. Ich nehme Stimmungen stark wahr und suche nach Bedeutung, sei es in Musik, Texten oder Begegnungen. Entwicklung treibt mich an, ich will wachsen, stärker werden, mich ausdrücken. Loyalität bedeutet mir alles - die Menschen, die mir nahestehen, sind mein Zuhause."

Noch ein Grund, weshalb Jacen sich nicht andern und anpassen will, ist das Wissen um den unschätzbaren Wert von Vielfalt: 
„Vielfalt ist für mich eine Lebensweise, die unabhängig von meiner Identität existiert und jedem Menschen zugänglich gemacht werden sollte. Sie beginnt bei den kleinen Dingen des Alltags, wie der Vielfalt in der Ernährung, und erstreckt sich bis hin zu den tiefsten Ebenen der Persönlichkeit jedes Einzelnen. Jeder Mensch hat das Bedürfnis, sich selbst zu verwirklichen - sei es durch die freie Wahl eines Hobbys oder, wie in meinem Fall, durch meine Transition. Vielfalt ist für mich nicht nur ein Konzept, sondern eine Grundlage für unser Miteinander und unsere Gesellschaft. Ohne Vielfalt würden wir stagnieren; sie ist essenziell, um als Gemeinschaft zu funktionieren und voneinander zu lernen."

Die Teilnahme an unserem Projekt BE THE COLOR ist für Jacen eine Art Station auf dem Weg zur Selbstakzeptanz.

„Teil von BE THE COLOR zu sein bedeutet für mich, mich so zu zeigen, wie ich bin - ohne Erwartungen oder Erklärungen. Meine Identität ist ein Weg, der sich immer mehr nach mir selbst anfühlt. Trotz der Kämpfe, die ich immer noch mit meinen inneren Dämonen führe. Ich möchte der Welt zeigen, dass Identität mehr ist als ein Label, dass Tiefe Stärke bedeutet und dass Veränderung möglich ist - egal wie dunkel der Weg auch scheint. Ich habe mich entschieden, an diesem Projekt teilzunehmen, weil ich die Möglichkeit sehe, mich selbst auf eine neue Art zu zeigen. Es geht mir nicht nur darum, meine Transition sichtbar zu machen, sondern auch, die Herausforderungen und den Weg zu teilen, die mich zu dem gemacht haben, der ich heute bin. Ich hoffe, dass dieses Fotoshooting und das Teilen meiner Geschichte anderen Mut machen, sich selbst zu zeigen und zu akzeptieren, dass Identität ein Prozess ist - und dass man stolz darauf sein kann, diesen Weg zu gehen, auch wenn er nicht immer einfach ist."

Jacen möchte vor allem diejenigen erreichen, die vielleicht auf ähnliche Weise mit sich kämpfen und noch nicht wissen, wie der Kampf ausgehen wird. Die noch kein Licht am Ende des Tunnels sehen. Ihnen möchte er klarmachen:
„Du bist nicht allein, auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Es ist okay, sich verletzlich zu zeigen und nicht immer stark zu sein. Du bist mehr als das, was dir zugeschrieben wird, und deine Herausforderungen definieren nicht, wer du bist. Lass dich nicht von den Erwartungen anderer einschränken. Du kannst selbst entscheiden, wie du dich siehst und wie du mit deiner Geschichte umgehst. Sei stolz auf den Weg, den du gehst, auch wenn er nicht immer einfach ist. Du bist stärker, als du denkst."

 

Danke, Jacen, dass du uns einen Einblick in deinen unfassbar starken Weg zu dir selbst gibst und uns zeigst: Keiner ist allein! <3

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